Tsundoku. Die Qual der Wahl.

Im Japanischen gibt es ein Wort für das, was sich in meiner Wohnung abspielt: Tsundoku. Die Bücherstapel wachsen. Die Regale reichen nicht, Bücher rotten sich zusammen, wo immer sie Platz finden. Ich komme mit dem Lesen nicht hinterher und noch weniger mit meinen Buchempfehlungen.

Heute zeige ich euch meine Fensterbank, auf der sich Arbeit und Vergnügen mischen. Rechts warten vier Bücher, die ich sehr gerne gelesen habe, auf ihre Besprechung. Links warten drei darauf, (weiter-)gelesen zu werden. Hier sind sie in meinem Blickfeld, eine Auswahl von vielen, die um Aufmerksamkeit buhlen. Die Lesezeit reicht niemals aus. Was tun?

4 x gern gelesen

Das Ministerium der Zeit : bedrückende Dystopie, fantastisch fabulierte Zeitreise, zarte Romanze, intersektionale Satire. Der Roman steckt voller Überraschungen und schert sich nicht um Genregrenzen.

Furye : Mir fällt schwer, in Worte zu fassen, was mich an diesem Buch so gefesselt hat. Rasant, intensiv, vielschichtig.

Die Enthusiasten: Lesespaß für Literaturliebende, Markus Orths verwöhnt mit feiner Sprache und verrückten Figuren. Im Vorteil ist, wer Laurence Sternes „Tristram Shandy“ kennt.

Fuckgirl: Lost auf dem Weg ins Post-Patriarchat? Lest dieses Buch!

3 x Vorfreude

Das Herz eines Schiffes: Ein kleiner Band mit Erzählungen aus der wunderbaren Reihe „Klassikerinnen des Meeres“ des mare-Verlags. Passt gut in den Seesack, ich teile es mir ein – eine Geschichte pro Reise.

Ein Leben lang gesucht: Diese Übersetzung erschien noch vor dem englischen Original. Jetzt warte ich auf das von Kae Tempest selbst eingelesene Hörbuch.

Moby Dick: Die Adaption des Klassikers als Pappbilderbuch ist gelinde gesagt eigenwillig, aber fasziniert mich. Irgendwann werde ich sagen können: „Moby Dick? Das Buch habe ich an einem Nachmittag verschlungen!“

Wohin mit der Bücherflut?

Was mache ich mit viel zu vielen Büchern? Alle, die ich vielleicht noch einmal lesen möchte, ziehen um in mein privates Bücherregal. Bücher, die zu den Themenabenden passen, die ich gerade plane, finden ihren Platz im Arbeitszimmer. Die anderen ziehen weiter. An Freundinnen, Kolleginnen, Quizzies oder in einen öffentlichen Bücherschrank in der Umgebung.

Hier heißt das: Die Enthusiasten behalte ich zum Vergnügen. Das Ministerium der Zeit und Fuckgirl wandern ins Arbeitszimmer und Furye wird über kurz oder lang freigelassen.

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