Ich habe viel gelesen in den letzten Monaten, aber beim Schreiben stellte sich der Flow nicht ein. In der vergangenen Woche fiel mir Pi mal Daumen von Alina Bronsky in die Hände und weckte die Lust, schöne Bücher für entspannte Sommertage vorzustellen.
Mit großer Leichtigkeit erzählt Alina Bronsky eine Freundschaftsgeschichte, die im Hörsaal ihren Anfang nimmt. Oscar, 16, mathematisch hoch- und ansonsten eher speziell begabt, sitzt mit Adelstitel und perfektem Karriereplan in seiner ersten Vorlesung. Dann platzt Moni herein. Anders als Oscar vermutet, ist die mit Stöckelschuhen und Ikea-Tasche ausgestattete Dame keine Putzfrau, die sich verirrt hat, sondern eine Kommilitonin, ebenfalls im ersten Semester. Die pragmatische Mittfünfzigerin hat mehrere Jobs und mehrere Enkel und sie verwendet erhebliche Mühen darauf, ihr Mathematikstudium vor ihrer Familie zu verheimlichen.
Ich habe mit Vergnügen verfolgt, wie Oscar und Moni einander zur Stütze und manchmal auch zur Plage werden und wie sie im Studium wie im Leben über sich selbst hinauswachsen. Die Charaktere in Pi mal Daumen konnte ich schnell ins Herz schließen, denn sie fügen sich nicht in Klischees, sondern sind immer für eine Überraschung gut.
Pi mal Daumen ist mein Sommerlesetipp mit viel Herz, der ohne eine Liebesgeschichte im engeren Sinn auskommt, leicht und witzig, aber nicht platt. Ein Geheimtipp ist Alina Bronskys Roman nicht mehr. 2024 wurde er zum Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen gewählt. Doch wenn ihr (wie ich) das Buch vor zwei Jahren verpasst habt, könnt ihr euch in diesem Sommer auf eine schöne Lektüre freuen.
Ins Buch reinlesen könnt ihr auf der Seite des KiWi-Verlags, Falls ihr den Roman kaufen möchtet, dann seid so lieb (und so klug!) und schaut in der unabhängigen Buchhandlung eures Vertrauens vorbei, das geht auch online.

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