Ich mag keine lustigen Selbstjustiz-Krimis mehr lesen. Oder doch?
Wirklich nachvollziehen kann ich nicht, wieso ich ausgerechnet zu „A Serial Killer’s Guide to Marriage“ von Asia Mackay griff, als ich einen Titel für mein Krimi-Pflichtleserogramm auswählte. Aus der reichen Auswahl an Neuerscheinungen schien es eine gute Option, um mich an einem miesepampeligen Tag selbst zu nerven. Ein Kriminalroman mit extrasmarten, reichen, schönen Hauptfiguren, die die Welt ein wenig besser machen wollen, indem sie Menschen töten. Nicht schon wieder. Nicht lustig. Dachte ich.
Da sollten ein paar Seiten reichen, um mir einen Eindruck zu bilden und zu schauen, ob und wem ich das Buch empfehlen kann. Warum habe ich „A Serial Killer’s Guide to Marriage“ dann aber in kürzester Zeit und mit Vergnügen bis zur letzten Seite gelesen? Weil es sich ganz schnell anders entwickelte als erwartet.
Der Anfang war wie befürchtet: Die mörderischen Eheleute trafen exakt das Klischee. Elitäre Übermenschen, die sich anmaßen, über Leben und Tod zu entscheiden. Ihre Mission und ihr gemeinsames Vergnügen: „böse Männer“ ermorden und sich dabei nicht erwischen lassen. Mag man lustig finden, meinen Humor trifft das nicht. Doch schnell nahm die Geschichte Fahrt auf und dann einen so schrägen Verlauf, dass ich unbedingt wissen wollte, wie die beiden am Ende aus dem Lügennetz herauskommen, in das sie sich Kapitel für Kapitel tiefer verstricken.
Das erwartet euch: Haze und Fox tauschen ein Jet-Set-Leben, dem sie mit gelegentlichen Morden einen gewissen Kick verleihen, gegen eine geregelte Vorstadt-Existenz ein. Mit der Geburt ihrer Tochter schwören sie dem Töten ab. So ganz lässt sich dieses aber nicht vermeiden. Damit beginnt ein Versteckspiel, das abwechselnd aus der Perspektive beider Partner erzählt wird. Das ist absurd, lustig, anrührend, denn Hazel und Fox müssen nicht nur ihre Spuren vor dem jeweils anderen (und der Polizei) verwischen, sondern hadern auch mit den Rücksichten, zu denen sie sich als Eheleute und Eltern verpflichtet sehen. Hinter der anfangs so perfekten Fassade kommt ein Paar zum Vorschein, das mit dem ersten Kind seine Beziehung neu definieren muss und dabei ein paar Leichen mehr im Keller hat als gewöhnlich. Die Geschichte ist turbulent erzählt, voller überraschender Wendungen und auch der Schluss ist nicht vorhersehbar.
Mein Fazit aus Buchhändlerinnensicht: Eine gute Wahl für alle, die Krimis mit schwarzen Humor und nicht allzuviel Blut mögen. Die Spannung entsteht aus dem Beziehungsspiel zweier sympathischer Psychopathen, Morde werden hier nicht aufgeklärt, sondern vertuscht. Keine kriminelle Hochliteratur, aber amüsant und spannend. Das sagen auch die Kund:innen, die das Buch bereits gelesen haben.
Fairerweise kennzeichne ich diesen Beitrag als *WERBUNG*. Das Buch ist mir als Leseexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt worden. Dies hat meine Entscheidung beeinflusst, diesem Titel Lesezeit zu widmen, aber keinen Einfluss auf meine Bewertung.








