Ich mag keine lustigen Selbstjustiz-Krimis mehr lesen. Oder doch?
Wirklich nachvollziehen kann ich nicht, wie es dieses Buch von Asia Mackay aus dem Regal mit den Leseexemplaren zu mir nach Hause geschafft hat und warum ich dann angefangen habe, es zu lesen. Wahrscheinlich hatte ich einen miesepampeligen Tag und wollte mich selbst nerven. Noch ein überflüssiger Krimi mit extrasmarten, reichen, schönen Hauptfiguren, die die Welt ein wenig besser machen wollen, indem sie Menschen töten. Nicht lustig. Dachte ich.
Warum habe ich „A Serial Killer’s Guide to Marriage“ dann an einem Wochenende bis zur letzten Seite gelesen? Die mörderischen Eheleute trafen voll das erwartete Klischee – einfach zu perfekt, Übermenschen, die sich erlauben, über Leben und Tod zu entscheiden. Ihre Mission und ihr gemeinsames Vergnügen: „böse Männer“ töten. Noch mehr Klischee, immer noch nicht lustig. Aber dann nahm die Geschichte Fahrt auf und einen so schrägen Verlauf, dass ich das Buch trotz aller Vorbehalte mit großem Vergnügen gelesen habe und unbedingt wissen wollte, wie die zwei am Ende aus dem Lügennetz herauskommen, in das sie sich Kapitel für Kapitel tiefer verstricken.
Das erwartet euch: Haze und Fox tauschen ein Jet-Set-Leben, dem sie mit gelegentlichen Morden den gewissen Kick verleihen, gegen eine geregelte Vorstadt-Existenz ein. Mit der Geburt ihrer Tochter schwören sie dem Töten ab. So ganz lässt sich dieses aber nicht vermeiden, und damit beginnt ein Versteckspiel, das abwechselnd aus der Perspektive beider Partner erzählt wird. Das ist absurd, lustig, anrührend, denn Hazel und Fox müssen nicht nur ihre Spuren vor dem jeweils anderen (und der Polizei) verwischen, sondern hadern auch mit den Kompromissen, zu denen sie sich als Eheleute verpflichtet sehen.
Mein Fazit aus Buchhändlerinnensicht: Eine gute Wahl für alle, die Krimis mit schwarzen Humor und nicht allzuviel Blut mögen. Die Spannung entsteht aus dem Beziehungsspiel zweier sympathischer Psychopathen, Morde werden hier nicht aufgeklärt, sondern vertuscht. Keine kriminelle Hochliteratur, aber amüsant und spannend. Das sagen auch die Kund:innen, die das Buch bereits gelesen haben.
Fairerweise kennzeichne ich diesen Beitrag als *WERBUNG* weil mir das Buch als Leseexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Auf meine Bewertung hat dies keinen Einfluss.